Natürliches Antibiotikum selber machen

 

Die verschiedenen Wirkmechanismen von Kapuzinerkresse und Meerrettich beruhen auf direkte antibakterielle, antivirale Wirkung durch Senföle. Diese werden bereits im Dünndarm vollständig resorbiert, sodass bislang weder eine Resistenzbildung noch eine Schädigung der körpereigenen Darmflora beobachtet wurde. Der menschliche Organismus wird dadurch in seiner Immunabwehr allgemein gestärkt.

 

Meerrettich

Zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert wanderte der Meerrettich über Südrussland nach Mitteleuropa ein. Das wird von Hildegard von Bingen in ihren botanischen Schriften untermauert, in denen sie über Meerrettich als Heilpflanze berichtet. Von Geschmack und Genuss war damals noch keine Rede. Erst zum Ende des Mittelalters wurde die Wurzel in der Küche salonfähig und ist bis heute sowohl als Heilpflanze als auch aufgrund ihres Geschmacks hoch angesehen.

Meerrettich macht der Bezeichnung pflanzliches Antibiotikum alle Ehre. Den Hauptwirkstoffen Senfölglykoside, auch Glucosinolate genannt, hat eine entzündungshemmende Wirkung. Die gesamte Wirkstoffkombination bestehend aus den Vitamin C, B1, B2, B6 sowie Betacarotin, Kupfer, Mangan, Eisen und reichlich Kalium kann als antitrombotisch, cholesterinsenkend, verdauungsfördernd sowie als Blutdruckregulator angesehen werden.

 

Rezepte mit Meerrettich

Meerrettich-Honig: Dieser Meerrettich-Honig hilft gegen Husten, Schnupfen sowie bakterielle Hals-Entzündungen und kann auch vorbeugend wirken, da er das Immunsystem stärkt. Er wirkt außerdem entkrampfend, beruhigt die Bronchien und kann Reizhusten lindern. 300 g Honig, 10 cm lange Meerrettichwurzel, Schraubglas. Den Meerrettich entweder in Scheiben schneiden, fein reiben oder in einen Mixer geben. Mit dem Honig vermischen und 24 Stunden ziehen lassen. Danach den Honig leicht erhitzen, aber nicht über 30°C. Den Meerrettich abseihen und in das Glas füllen. Der Meerrettich-Honig ist mindestens 4 Wochen haltbar und sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Bei akuten Beschwerden: Maximal 4 EL pro Tag einnehmen.

 

Meerrettichwein bei Blasenleiden: Wegen seiner antibiotischen Wirkung kann Meerrettich auch bei leichten, bakteriellen Infekten der Harnwege bzw. bei Blasenentzündungen helfen. Die Bakterien können abgetötet werden. Meerrettich, in Scheiben geschnitten, Weißwein, Weinglas. Acht bis zwölf dünne Meerrettich-Scheiben in ein Glas und übergieße diese mit Weißwein. Einen Tag abgedeckt ziehen lassen. Täglich nicht mehr als 100 ml von dem Wein zu sich nehmen.

 

Breiumschlag bei Muskelschmerzen: Die enthaltenen Senföle sind sehr scharf und können durch ihre hautreizende Wirkung die Durchblutung anregen. Aus diesem Grund ist Meerrettich ein bewährtes Hausmittel bei leichten Muskelschmerzen und Verspannungen. Meerrettich, gerieben, Leinen- oder Baumwolltuch. Geriebene Wurzel auf ein Leinen- oder Baumwollhandtuch geben, Tuch umschlagen und auf die betroffene Stelle legen. Achte darauf, dass die Haut nicht direkt mit dem Meerrettich in Kontakt kommt, sonst können zu starke Hautreizungen entstehen. Den Umschlag spätestens nach zehn Minuten wieder entfernen oder schon früher, wenn die Haut zu bitzeln anfängt. Anschließend die Haut sanft mit Wasser waschen.

 

Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse ist bekannt für ihre Heilwirkung: Sie besitzt diverse weitere Vitamine sowie Mineralien und Spurenelemente. Sie hilft, das Blut zu reinigen, und unterstützt bei der Ausscheidung von Giftstoffen. Die Pflanze ist appetitanregend, fördert die Durchblutung und verschafft außerdem ein Gefühl von Wohlbefinden. Die in der Kresse enthaltenden Senfölstoffe wirken gegen Entzündungen bei Atemwegserkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündung und Bronchitis, aber auch bei Blasenentzündungen. Genau aus diesem Grund gilt die Kapuzinerkresse als natürliches Antibiotikum, gerade bei vielen bakteriellen Infekten. Sogar einen Virusinfekt kann man mit der scharfen Kresse bekämpfen.

 

In der Naturheilkunde wird Kapuzinerkresse häufig in Kombination mit Meerrettichwurzel eingesetzt. Für Harnwegsinfekte und Infekte der Atemwege ist die Wirksamkeit dieser Kombination gut belegt.

So zeigt eine Studie, die 2007 veröffentlicht wurde, dass ein Kombinationspräparat aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse bei einem Harnwegsinfekt genauso wirksam ist wie ein Standard-Antibiotikum. Eine weitere Studie aus dem gleichen Jahr belegt zudem, dass das Kombi-Medikament wiederkehrenden Harnwegsinfekten vorbeugt. Letzteres hat auch Eingang in die medizinische Leitlinie zur Behandlung von Harnwegsinfekten gefunden.

 

Auch bei Infekten der Atemwege, - wie einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder einer Bronchitis, kann die Kombination aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse helfen. Die zuerst erwähnte Studie von 2007 und einen zweite aus dem Jahr 2004 zeigen, dass auch hier das pflanzliche Kombinationspräparat genauso wirksam ist wie eine Standard-Antibiotikatherapie.

Rezepte mit Kapuzinerkresse

 

Kapuzinerkresse-Tee: 10 bis 20 Gramm frische oder getrocknete Kapuzinerkresse mit einem Liter heißem Wasser übergießen, acht bis zehn Minuten ziehen lassen. Danach abseihen. Zwei bis drei Tassen pro Tag trinken.

 

Kapuzinerkresse-Essigauszug: Frische oder getrocknete Blätter und Blüten zerkleinern und in einem Schraubglas vollständig mit Essig (es eignet sich jeder Essig, den man gerne in der Küche nutzt) bedecken. 14 Tage an einem lichtgeschützten Raum stehen lassen, gelegentlich schütteln. Nach Bedarf zwei bis drei Teelöffel über den Tag verteilt trinken oder einen Teelöffel Essigauszug in einem Glas Wasser auflösen.

 

Kapuzinerkresse-Samen als "falsche Kapern": Die Samen in einem Schraubglas mit zwei bis drei Teelöffeln Salz mischen und eine Woche im Kühlschrank stehen lassen. Die entwässerten Kapern spülen, wieder in das Glas füllen mit heißem Essig übergießen. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahren und wie echte Kapern verwenden.

 

Antibiotika Tinktur - Rezept zum Selbermachen: 50g Kapuzinerkresse-Blätter grob zerschneiden und 1cm Meerrettichwurzel raspeln. Alles in ein Glas füllen und mit 250ml Ansatzalkohol (min. 50 %) auffüllen. Jetzt kann man das Glas verschließen und zwei Wochen ziehen lassen, dabei gelegentlich schütteln. Anschließend die Flüssigkeit ab sieben und in Tinktur Fläschchen füllen. Das selbst gemachte natürliche Antibiotikum kann nun nach dem Essen dreimal täglich mit etwa 30 Tropfen (je nach Bedarf) eingenommen werden.

 

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